LOGL-News KW 45 2010
Ziergehölze
Immergrüne gründlich wässern
Denken Sie daran: Immergrüne Pflanzen verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser. Daher wässern Sie vor der Frostperiode und bei mildem Wetter die Pflanzen gründlich. Die wenigsten Pflanzen erfrieren im Winter, sondern vertrocknen eher.
Gießen
Koniferen sollten Sie also auch im Winter in der frostfreien Zeit gießen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Pflanzen sonnenexponiert stehen und es längere Zeit nicht mehr geregnet hat. Trockenschäden wie braune Nadeln sind nur eine mögliche Folge. Im ungünstigsten Fall stirbt die Pflanze auch ganz ab. Verbräunte Nadeln sind somit nicht immer allein auf Pilzerreger zurückzuführen, auch Umwelteinflüsse können die Ursache sein.
Blumen und Stauden
Pampasgras schützen
Binden Sie die Blätter des Pampasgrases schopfartig zusammen, um die starken Herbstniederschläge seitlich abzuleiten. Auf diese Weise ist die Pflanze vor Staunässe geschützt.
Blumenzwiebeln pflanzen
Bis Ende des Monats werden die Blumenzwiebeln für das Frühjahr gepflanzt. Dazu gehören zum Beispiel Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse, Alpenveilchen, Tulpen, Narzissen, Blausternchen, Schneeglanz, Winterlinge und Hundszahn. Achten Sie darauf, dass Sie Blumenzwiebeln aus Kulturmaterial verwenden und keine Wildherkünfte kaufen. Besonders bei Schneeglöckchen, Alpenveilchen, Anemonen und Winterlingen werden immer noch viele Pflanzen der Natur entnommen. Übrigens: Früher gruben Gärtner Holunderblätter unterhalb der Zwiebeln im Boden ein. Der Geruch der Blätter soll Wühlmäuse zumindest so lange fernhalten, bis die Blätter zersetzt sind.
Staudenpflanzung
Viele Stauden können im Herbst gepflanzt werden. Weniger geeignet sind allerdings Herbstanemonen und Gräser. Auch alle anderen Pflanzen, die im Herbst bereits eingezogen sind, sollten Sie erst im Frühjahr kaufen, wenn die Arten beginnen auszutreiben. Ansonsten achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Wurzeln noch lebendig sind oder sich direkt an der Bodenoberfläche eine frische und kräftige Überwinterungsknospe befindet.
Gemüse und Kräuter
Endivie zubereiten
Bei der Zubereitung von Endiviensalat sollten Sie die Blätter im Ganzen gründlich waschen und nicht erst, wenn sie in Streifen geschnitten sind. Denn an den Schnittstellen treten wertvolle Inhaltsstoffe aus und gehen mit dem Waschwasser verloren wie zum Beispiel der gesundheitsfördernde Bitterstoff Intybin. Übrigens: Man kann Endivie auch gekocht in Suppen oder als Wintergemüse essen.
Fruchtfolgen aufzeichnen
Eine auf Jahre hin abgestimmte Fruchtfolge erfordert eine gründliche Planung. Tragen Sie dazu die diesjährige Belegung der Gemüsebeete in eine Gartenskizze ein. Als Grundregel gilt: Innerhalb der einzelnen Gemüsefamilien sind Anbaupausen von drei bis vier Jahren empfehlenswert.
Rost an Lauch
Wenn der Lauch im Garten von Rost befallen war (erkenntlich an kräftig orangefarbenen Flecken), sollten Sie die Erntereste außerhalb des Gemüsegartens entsorgen. Achten Sie im nächsten Jahr auf großzügige Pflanzabstände (etwa 40 x 20 cm), um einem Befall vorzubeugen.
Obst
Äpfel aufbewahren
Wenn Sie keinen kühl-feuchten Keller zur Verfügung haben, können Sie Äpfel in kleineren Mengen trocken in Folienbeuteln im Kühlschrank aufbewahren. Stechen Sie für den Gasaustausch mit einer Stricknadel einige Löcher (etwa fünf) in jeden Beutel.
Schorf an Apfel
Wenn Ihre Apfelbäume stark mit Schorf befallen waren, sollten Sie das Laub möglichst fein zerkleinern. Dadurch verrotten die Blätter schneller und die Infektionsgefahr für das Folgejahr sinkt.
Ernte von Wildfrüchten
Mit den ersten Frösten werden die sauren Gerbstoffe von Schlehen, Ebereschen, Mispeln, Sauerdorn und Scheinquitten abgebaut. Daher darf man diese Wildfrüchte erst nach Frosteinwirkung ernten, verzehren und lagern.
Wurzelschnittlinge von Himbeeren
Bei offenem Wetter können von Himbeeren Wurzelschnittlinge gezogen werden. Dazu werden 10 cm lange Wurzelabschnitte mit den Knospen nach oben flach in ein Pflanzbeet mit lockerer Erde gelegt und vollständig, aber nur dünn mit Boden abgedeckt. Brombeeren oder Weinbeeren vermehren Sie einfach, indem Sie die Enden langer Ruten mit Erde bedecken oder mit einem Stein beschweren. Bis zum Frühjahr haben die Triebe bereits Wurzeln geschlagen und können abgetrennt und umgesetzt werden.
Sanddornbeeren ernten
Sanddornbeeren können immer noch geerntet werden. Bei längerer Kälteeinwirkung wird der Saft in den Beeren allerdings ranzig, sodass die Früchte vor dem Frost geerntet werden sollten. Wenn die Beeren schon zu weich sind, werden die fruchttragenden Aspartien abgeschnitten und gefrostet. Die gefrorenen Beeren lassen sich dann leicht abschlagen.
Vermehrung durch Absenker
Stachelbeeren und Brombeeren sollten durch Absenker vermehrt werden. Dabei werden kräftige einjährige Triebe von der Mutterpflanze in eine Vertiefung abgesenkt, in der Mitte festgesteckt und mit Erde bedeckt. In beiden Fällen sollte die Bewurzelung bis zum nächsten Herbst ausreichend stark für eine neue Pflanze sein.
Blattdüngung
Nach der Ernte kann man, sofern noch intakte Blätter vorhanden sind, die Nährstoffreserven mit Blattdüngern gut ergänzen. Als Standardmittel kommt der günstige Harnstoff zum Einsatz (100 g/10 l Wasser). Hierbei kann man noch Solubor und Monoammoniumphosphat zumischen (je 10-15 g/10 l Wasser). Alternativ zu dieser Mischung lässt sich auch ein spritzfähiger Mehrnährstoff-Blattdünger, wie er im Fachhandel erhältlich ist, verwenden.
Sonstiges
Wasserleitungen im Außenbereich
Stellen Sie vor dem ersten starken Frost die Wasserleitungen für den Außenbereich ab und entleeren Sie die Leitungen. Zur Sicherheit können Sie die Zapfstellen dicht mit Stroh einpacken. Hähne aus Messing sind besonders empfindlich, daher sorgfältig umwickeln (aufgedreht lassen!) oder abschrauben und frostsicher lagern.
Herbstlaub
Herbstlaub ist kein Müll! Die Laubdecke schützt Boden und Pflanzen. Störendes Laub (etwa auf dem Rasen) kann kompostiert werden. Gute Humusbildner sind Hainbuchenblätter. Nur langsam verrotten dagegen Eichenlaub sowie Kiefern- und Fichtennadeln. Für das sich weniger gut zersetzende Herbstlaub kann ein Dauerkomposthaufen errichtet werden, der an der Basis die Möglichkeit bietet, Laubkompost als Torfersatz zu entnehmen.
Danke an den Ulmerverlag!