Der aktuelle Gartentipp Kalenderwoche 42-2010
Ziergehölze
Pflanzzeit
Nach dem Laubfall ist die beste Pflanzzeit für Gehölze, Rosen, Heckenpflanzen und Koniferen, die als wurzelnackte Pflanzen gekauft wurden. Wenn Sie die Pflanzlöcher im September bereits vorbereitet und mit Kompost oder Mist gedüngt haben, genügt jetzt das Auffüllen mit Pflanzerde.
Giftige Pflanzen kompostieren
Werfen Sie Schnittgut von Giftpflanzen wie Goldregen oder Eibe ohne Bedenken auf den Kompost. Die giftigen Inhaltsstoffe werden von den Mikroorganismen zersetzt. Achten Sie darauf, dass der Komposthaufen weder zu trocken noch zu feucht ist und reagieren Sie dementsprechend mit Gießen oder Abdecken.
Kastanie
Durch ein regelmäßiges Absammeln des Herbstlaubes können Sie die hier überwinternden Puppen der Kastanienminiermotte entfernen. Ein Neubefall im Frühjahr durch die schlüpfenden Falter kann dann nur durch einen Zuflug von benachbarten Bäumen erfolgen. Das Entfernen des Falllaubs ist somit insbesondere in Insellagen sehr effektiv. Die Rote Rosskastanie (Aesculus × carnea) wird übrigens deutlich weniger befallen.
Gemüse und Kräuter
Feldsalat säen
Bis zum 15. Oktober können Sie im Frühbeet oder unbeheizten Gewächshaus noch Feldsalat säen, um im Januar/Februar einen erntefertigen Bestand zu haben. Geeignete Sorten sind 'Medaillon', 'Vit' und 'Elan'.
Hügelbeet anlegen
Jetzt ist eine gute Gelegenheit, um ein Hügelbeet anzulegen. Auf diese Weise lassen sich alle im Garten anfallenden Abfälle wie Schnittgut und Erntereste vor der Winterpause sinnvoll verwenden.
Gemüseernte
Ernten Sie Gemüse, das für die Lagerung vorgesehen ist, nicht an Regentagen und stellen Sie einige Tage vor der Ernte das Wässern ein. Wasserhaltiges Gemüse ist anfällig für Schimmel und Fäulnispilze. Wurzelgemüse wird aus diesem Grund vor der Einlagerung auch nicht gewaschen.
Gemüselagerung
Gemüse und Obst nach Sorten getrennt lagern, da die Haltbarkeit unterschiedlich groß ist. Zu warme Lagerung kann bei einigen Gemüsen zu einer Umwandlung von Nitrat in gesundheitsschädliches Nitrit führen. Kühle Lagerung bei ausreichender Sauerstoffversorgung fördert dagegen den Nitratabbau.
Hustenmittel
Schwarzer Rettich, der jetzt zum Teil immer noch auf dem Beet steht, ist ein hervorragendes Hustenmittel. Die ganz Mutigen können das Wurzelgemüse auch zu Saft verarbeiten oder zusammen mit Honig einnehmen.
Kürbissuppe
So viel Kürbis und kein Rezept? Hier ist eins: Kürbisstücke schälen und bei niedriger Hitze mit wenig Wasser, Salz und Olivenöl dünsten (auch zusammen mit Kartoffeln). Später das Kürbismus mit Milch aufkochen. Salz, Pfeffer, Honig, Sahne hinzugeben und mit Balsamessig abschmecken. Ganz besonders hierfür geeignet sind Hokkaido-Kürbisse.
Kräuter
Wer den Winter über mit Kräutern aus dem Garten versorgt sein möchte, sollte jetzt noch schnell die frischen Zweige schneiden und zum Trocknen aufhängen bzw. einfrieren. Vorsicht bei Salbei, Thymian, Lavendel und Rosmarin: Je kürzer die Halbsträucher vor dem Winter geschnitten werden, desto größer ist die Gefahr, dass sie ernste Frostschäden erleiden.
Obst
Schorfige Äpfel
Auch wenn immer wieder einmal das Gegenteil zu lesen ist: Langjährige Untersuchungen haben ergeben, dass schorfige Äpfel keine gefährlichen Pilzgifte (wie zum Beispiel Aflatoxin) enthalten. Achten Sie beim Verwerten zu Saft, Most oder Kompott trotzdem darauf, dass Sie vorwiegend gesunde Früchte verwenden, da stark verschorfte Äpfel fad oder sogar bitter schmecken.
Verwendungsmöglichkeiten für Quitten
Verwerten Sie Quittenfrüchte möglichst ungeschält, da sie in und unter der Schale wertvolle Stoffe enthalten. Alternativ dazu können Sie Schalen, Kerne und Kernhaus trocknen und für Früchtetees verwenden oder einen Sud daraus kochen, aus dem sich noch ein köstliches Gelee bereiten lässt.
Blattdüngung
Insbesondere nach starkem Behang können unmittelbar nach der Ernte Blattbehandlungen mit Harnstoff, Bor und Zink durchgeführt werden. Dadurch bleiben die Blätter länger gesund und fotosynthetisch aktiv. Das ist wichtig für eine ausreichende Reservestoffeinlagerung. Die Spurenelemente Bor und Zink, die oft im unterversorgten Bereich liegen, können am Ende der Vegetationsperiode gut ausgebracht werden und stehen dann zum Saisonbeginn im nächsten Jahr dem Baum zur Verfügung. Empfehlung: ein bis zwei Spritzungen mit Harnstoff + Bor bzw. Zink auf die intakten Blätter nach der Ernte, entweder mit Einzelnährstoffen oder wasserlöslichen Volldüngern.
Gartenteich
Kälteempfindliche Wasserpflanzen überwintern
Kälteempfindliche Pflanzen wie exotische Seerosen, Lotosblumen und Wassersalat müssen an einem frostfreien Platz überwintert werden. Ein Aquarium oder eine mit feuchtem Sand gefüllte Kiste leisten hier gute Dienste.
Balkon und Terrasse
Winterbepflanzung für Balkonkästen
Nun ist es höchste Zeit, die Balkonkästen winterlich zu bepflanzen. Gut geeignet hierfür sind Chrysanthemen, Erika, Gräser, kleine Gehölze und Koniferen, aber auch Stiefmütterchen.
Pflanzenschutz
Laubsaugereinsatz vermeiden
Verzichten Sie auf den Einsatz von Laubsaugern, da unzählige nützliche Kleintiere wie Spinnen, Käfer, Regenwürmer und Raupen mit dem Laub zusammen aufgesaugt und zerhäckselt werden. Für das Ökosystem Boden bedeutet dies einen unersetzlichen Verlust.
Bohnenrost
Von Bohnenrost befallene Pflanzen bilden zum Ende der Vegetationszeit dunkle, fast schwarze Wintersporenlager aus. Diese dienen dann als Infektionsquelle für das nächste Jahr. Die befallenen Pflanzenreste sollten Sie vollständig entfernen. Kompostieren dürfen Sie die Pflanzenteile nicht. Außerdem sollten Sie die Bohnenstangen im nächsten Jahr nicht wieder verwenden, da auch sie die neue Pflanzengeneration infizieren können.
Frostspanner
Die flugunfähigen, den Stamm hochkriechenden Weibchen des Frostspanners können Sie in diesem Monat durch am Stamm und Pfahl angebrachte Leimringe abfangen. Kontrollieren Sie die Stämme regelmäßig und entfernen Sie die in der Nähe abgelegten Eier mechanisch.
Gärtnern mit Kids
Herbstblätter als Einladungskarten
Haben Sie in nächster Zeit einen Kindergeburtstag auszurichten? Dann schreiben Sie die Einladungen doch einmal auf getrocknete Herbstblätter. Gut eignet sich gepresstes Laub von Ahorn, Platane oder Tulpenbaum, da die Blätter groß genug sind und mit Permanentstiften beschriftet hübsch aussehen.
Sonstiges
Wärmedämmung von Gewächshäusern.
Durch die hohen Gas- und Ölpreise ist das Beheizen von Gewächshäusern sehr teuer. Daher sollte die Eindeckung ein hohes Wärmedämmvermögen haben. Gut bewährt haben sich Stegdreifachplatten. Auch eine Isolierung mit Styropor oder Luftpolsterfolie verhindert ein starkes Absinken der Innentemperatur. Wenn Sie sich für Luftpolsterfolie entscheiden, fragen Sie beim Kauf einmal nach den passenden Halterungen dafür; die gibt es, aber sie werden selten angeboten.
Auberginenmus
Rechtzeitig gepflanzt bringen Auberginenpflanzen auch in Mitteleuropa kräftige Früchte. Für diejenigen, die sich dieses Jahr mit Erfolg an das südländische Edelgemüse herangewagt haben, hier ein rumänisches Auberginenrezept: Die Früchte im Ganzen über dem offenen Feuer grillen (Backofen geht auch), bis das Fruchtfleisch durch und durch weich ist. Die Haut sodann mit dem scharfen Messer abziehen und die noch ganzen Auberginen zu Mus zerkleinern. Zerlassenes Schweineschmalz oder Olivenöl hinzufügen. Zwiebeln fein reiben und dem Mus hinzufügen. Salzen (und bei Bedarf) pfeffern und die Masse gut umrühren. Fertig ist ein köstliches Gericht, welches kalt oder warm, pur oder als Brotaufstrich genossen werden kann. Der leckere, rauchige Geschmack kommt natürlich nur bei einer Zubereitung über dem offenen Feuer zustande (alternativ: Schale leicht anbrennen lassen).
Viele Dank an den Ulmerverlag.