Der aktuelle Gartentipp für Kalenderwoche 41 2010
Ziergehölze
Gehölzpflanzung
Die Pflanzsaison ist in vollem Gange. Wenn Laubgehölze die Blätter abgeworfen haben, können sie umgepflanzt werden. Viele Gehölze bilden nach der Pflanzung an warmen Herbst- und Wintertagen noch Feinwurzeln und können im Frühjahr bereits mit voller Kraft austreiben. Gründliches Wässern erleichtert es den Pflanzen, sich vor dem Frost zu akklimatisieren. Ende September/Anfang Oktober, nach Abschluss des Triebwachstums, ist auch die günstigste Zeit, um immergrüne Gehölze zu pflanzen. Weiterhin gepflanzt werden können Stauden, Blumenzwiebeln und zweijährige Sommerblumen.
Verbräunende Nadelpartien
Lebensbaum (Thuja)- und Scheinzypressen (Chamaecyparis)-Arten zeigen im Herbst - bei geringen Niederschlägen auch schon im September - verbräunende Nadelpartien im stammnahen Bereich. Bei diesem "Putzen" der immergrünen Gehölze handelt es sich nicht um eine Erkrankung, sondern um einen normalen biologischen Vorgang.
Blumen und Stauden
Tulpenzwiebeln stecken
Im Oktober ist die beste Zeit, um Tulpenzwiebeln zu stecken. Die ideale Pflanztiefe liegt bei 8 cm. In wühlmausgefährdeten Gärten empfiehlt sich die Pflanzung in Schutzkörbe aus Draht.
Gladiolen überwintern
Wenn sich das Laub der Gladiolen gelb verfärbt hat, können Sie die Zwiebelknollen vorsichtig aus dem Boden nehmen und 1 bis 2 Tage in die Herbstsonne oder unter ein schützendes Dach zum Nachreifen auslegen. Schneiden Sie anschließend Triebe und Blätter kurz über der Knolle ab und legen Sie sie zum Überwintern in einen trockenen, kühlen Raum. Wurzeln und anhaftende Erde sollten vorher entfernt werden.
Staudenreste stehen lassen
Schneiden Sie die Stauden in der Blumenrabatte nicht zurück, sondern lassen Sie die abgestorbenen Pflanzenreste als Winterschutz und Unterschlupf für Insekten bis zum Frühjahr stehen.
Schneeglöckchen pflanzen
Schneeglöckchen sind ein Thema für sich, denn gerade in den Kleinpackungen aus dem Gartencenter, Bau- oder Supermarkt verbergen sich statt des heimischen Schneeglöckchens (Galanthus nivalis ) das türkische Großblütige Schneeglöckchen (Galanthus elwesii ) oder das viel weniger angepasste georgische Schneeglöckchen Galanthus woronowii.
Staudenpflanzung
Viele Stauden können im Herbst gepflanzt werden. Nicht so gut geeignet sind allerdings Anemonen und Gräser. Auch alle Pflanzen, die im Herbst bereits eingezogen sind, sollten Sie erst im Frühjahr kaufen, wenn die Arten mit dem Austrieb beginnen.
Gemüse und Kräuter
Tomaten nachreifen
Die Tomatensaison geht zu Ende. Ernten Sie voll entwickelte, aber unreife Früchte ab und legen Sie sie am besten in eine Kunststoffkiste, die mit schwarzer Folie bedeckt wird. Eine Schale mit Wasser sorgt in der Kiste für die nötige hohe Luftfeuchtigkeit. Auf diese Weise färben sich grüne Tomaten bei Raumtemperatur von 18 bis 20 °C nach und nach rot.
Empfindliches Gemüse schützen
Schützen Sie empfindliches, noch nicht erntereifes Gemüse rechtzeitig mit Abdeckungen gegen Frost. Grünkohl, Wirsing, Lauch und Mangold sind frosthart und können ungeschützt auf dem Beet stehen. Rosenkohl schmeckt sogar besser, wenn er kurz dem Frost ausgesetzt war.
Zucchinisamen ernten
Die letzte Zucchini ist der Samenlieferant für das kommende Jahr. Wenn sich die Grundfarbe der Frucht ins Gelbliche wandelt (abgesehen von gelben Sorten, die eher orange werden), kann sie geerntet und aufgeschnitten werden. Die größten Samen werden getrocknet, die restlichen können wie Kürbiskerne mit Öl und Salz geröstet werden. Mit Überraschungen können Sie dabei im nächsten Jahr durchaus rechnen, denn es ist nicht gesagt, dass die Jungpflanzen "sortenrein fallen", das heißt, dieselben Merkmale besitzen wie die Elterngeneration.
Heil- und Gewürzpflanzen ernten
Jetzt werden die Wurzeln von Heil- und Gewürzpflanzen geerntet. Die Wurzelstöcke von Baldrian, Beinwell, Engelwurz, Meerrettich, Liebstöckel und anderen Wurzelkräutern werden mit der Grabgabel ausgegraben und mit der Bürste gesäubert. In Stücke geschnitten werden die Wurzeln in einem Dörrapparat oder auf einer Zeitung im warmen Heizungskeller schonend getrocknet.
Gemüselagerung
Werden Kartoffeln nach der Ernte etwa eine Woche warm und dunkel aufbewahrt, heilen auch kleinere, durch die Ernte bedingte Verletzungen aus. Danach gehen die Knollen bei 5 °C in Winterruhe. Um die 0 °C und kälter gelagerte Kartoffeln werden süß, um sich durch die Umwandlung von Stärke in Zucker vor Frost zu schützen.
Grüne Tomaten
Sind nicht alle Tomaten reif geworden? Macht nichts, denn in Stücke geschnitten, püriert und mit Gelierzucker aufgekocht ergeben grüne Tomaten mit etwas Zitronensaft, Zimt, Nelke und geriebener Orangenschale eine leckere Konfitüre. Der Anteil des giftigen Solanins liegt dann bei unter 10 mg/100 g Frischgewicht und ist so unbedenklich gering. In Rumänien werden grüne Tomaten übrigens für den Winter sauer eingelegt.
Paarungszeit Schnecken
Die Paarungszeit der Schnecken ist im Spätsommer, sodass man zu dieser Zeit auch die Eier finden kann. Sie sind rundlich, deutlich weiß gefärbt und werden in der Regel in Gruppen in Erdritzen oder am Kompost abgelegt. Gehen Sie also auf die Suche nach den Eiern und entfernen Sie sie einfach mechanisch.
Obst
Herbsthimbeeren zurückschneiden
Je nach Sorte reifen Herbsthimbeeren ab August oder September bis Frostbeginn. Nach der Ernte können Sie den gesamten Bestand einfach handbreit über dem Boden abschneiden.
Platzanspruch von Obstgehölzen
Im Garten ist der vorhandene Platz meist ein begrenzender Faktor. Deshalb sollte man beim Kauf von Obstgehölzen auf die richtige Unterlage achten, damit es Jahre später keine bösen Überraschungen gibt. Mit der Unterlage können folgende Parameter beeinflusst werden: Größe und Platzbedarf des Baumes, früher Ertragsbeginn, Fruchtgröße und -farbe, regelmäßige Erträge sowie Widerstandsfähigkeit gegen Frost und Krankheiten.
Unterlagen bei Steinobst
Auch beim Steinobst gibt es verschieden stark wachsende Unterlagen. Hier gilt - wie bei den Äpfeln - je stärker die Unterlage, desto besser die Verträglichkeit mit den Sorten. Bei Kirschen sind Sämlingsunterlagen aufgrund ihrer Wuchsstärke ungeeignet. Für den Garten sind neuere Unterlagen aus der Gruppe Prunus cerasus interessant, wie zum Beispiel die sogenannten Weiroot-Klone 158, 154.
Unterlagen bei Zwetschen
Bei Zwetschen sollten mittelstarkwachsende Unterlagen wie St. Julien 655/2 oder Fereley bzw. Ishtara verwendet werden. Die schwach wachsende Pixy erfordert einen hohen Pflegeaufwand und allerbeste Standortbedingungen.
Obsternte
Viele Apfel- und Birnensorten werden jetzt geerntet. Bei den Äpfeln sind es besonders die Sorten 'Cox Orange', 'Orangenrenette', 'James Grieve' und 'Gravensteiner'. Bei Birnen sind es 'Conference', 'Gellerts Butterbirne', 'Vereinsdechant', 'Gute Luise' und 'Köstliche aus Charneaux'. Die Fruchtreife erkennt man, wenn sich die Früchte mehr oder weniger leicht vom Fruchtholz lösen lassen.
Preiselbeerenernte
Zeit für die Preiselbeerenernte. Wer im Frühjahr im naturnahen Heidegarten Preiselbeeren gepflanzt hat, kann sich nun an der zweiten, zumeist lohnenderen Tracht erfreuen. Die roten Beeren ergeben eine vorzügliche Konfitüre und eine leckere Beigabe zu Wildgerichten. Preiselbeeren verlangen sandig-humosen bzw. humosen, kalkfreien Boden. Sie vertragen sowohl volle Sonne als auch Schatten. Wer bisher keine Preiselbeeren im Garten hatte, kann jetzt noch pflanzen.
Gartenteich
Laub aus dem Teich fischen